Azteken - Aztekenkalender

1300 - 1521


Atlanten von Tula Obwohl es vor den Azteken und während ihrer Herrschaft noch eine Reihe von anderen Stämmen mit einer hoch entwickelten Kultur in Mexiko gab, sind sie, neben den Mayas die Bekanntesten. Während die Mayas die Yucatan Halbinsel und halb Mittelamerika beherrschten, regierten die Azteken in Zentralmexiko. Ihre Ursprünge liegen z.T. noch im Dunkeln. Sie selbst betrachteten sich als die Nachkommen der Tolteken, deren Blütezeit um das Jahr 1175 zu Ende ging. Eindrucksvolle Hinterlassenschaft der Tolteken, sind die Atlanten von Tula (ca. 1½ Std. mit dem Autobus von Mexiko-Stadt entfernt).

Der Stamm der Azteken ("Leute aus dem Land Aztlán") wanderte im 12. Jahrhundert von Nordwesten aus, in das Hochtal von Mexiko-Stadt ein. In dem von Sümpfen umgebenen Gebiet in Texcoco, in einem der Talseen bauten sie auf einer Insel eine Siedlung der sie den Namen Tenochtitlán gaben. Von da an bezeichneten sich die Azteken als "Mexica".

Der Legende nach, hatten ihnen die Götter prophezeit, daß sie einen Adler auf einen Kaktus erblicken werde, der eine Schlange zwischen Krallen und Schnabel fest hält und dort sollten sie siedeln.

Neben der Hauptinsel mit der Stadt Tenochitlán, wurde noch eine kleine Nachbarinsel mit Namen Tlateloco besiedelt. Hier entwickelte sich ein Kaufmannsstand, der von den kriegerischen Azteken der Hauptinsel argwöhnisch beobachtet wurde. Der hier abgehaltene Markt wurde aufgrund der reichen, aus allen Landesgebieten herangeschafften Waren zum größtem Markt ganz Mesoamerikas. Cortés schrieb später an seinen Kaiser Karl V :" Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen."
Als die Siedlung größer wurde, sicherte man sie durch den Bau von Dämmen, die das Wasser der umliegenden Sümpfe aufstauten und die Stadt zu einer uneinnehmbaren Inselfestung machten.

Templo Mayor Unter Itzcoatl, ihrem ersten Kaiser, dehnten die Azteken ihr Einflussgebiet auf das gesamte Tal von Mexiko aus und wurden aufgrund starker kriegerischer Auseinandersetzungen mit den Nachbarstämmen zur vorherrschenden Macht im zentralen und südlichen Mexiko. Das Herrschaftsgebiet dehnte sich von Norden nach Osten bis an die Golfküste. nach Süden und Südwesten von Colima über Oaxaca bis zur Grenze des heutigen Guatemala aus. Es entstand ein Gebiet, das letztendlich aus 40 Provinzen bestand und deren unterworfene Bewohner den Azteken tributpflichtig waren. Gerade diese Unterdrückung machte diese Stämme zu den idealen Verbündeten der Spanier, was zum Untergang der aztekischen Hochkultur führte.
Die meisten aztekischen Kultstätten wurden von den spanischen Eroberern zerstört und die Steine für den Erbau ihrer eigenen Kirchen und Paläste verwendet. Teile der alten Tempelanlagen, des "Templo Mayor" wurden neben der Kathedrale 1978 bei Kabelverlegearbeiten freigelegt, ebenso schon einige Zeit früher der "Plaza de las Tres Culturas" in Tlateloco.

Die bedeutendsten künstlerischen Relikte der aztekischen Kultur sind der Sonnenkalender (Anthropologisches Museum) , sowie der Stein der Mondgöttin Coyolxauhqui, den man beim Bau der U-Bahn fand.
Viele Touristen glauben, daß die Sonnen- und die Mondpyramide von den Azteken erbaut wurden, aber dies ist FALSCH. Die Pyramide und die gesamte Anlage drum herum entstanden fast 1000 Jahre früher, errichtet von. Von einer Hochkultur über die heute nicht viel bekannt ist, da sie im Gegensatz zu den Azteken oder Mayas keinerlei schriftliche Aufzeichnungen hinterließ.


Aztekischer Kalenderstein

Der normale aztekische Kalender richtete sich nach dem Sonnenjahr und hieß Xihuitl. Er umfaßte 18 Monate zu je 20 Tagen plus 5 extra Tage, die unglücksvoll gewesen sein sollen. Jeder Monat hatte 4 Wochen zu je 5 Tagen. Der letzte Tag in der Woche war öffentlicher Markttag (tianquiztli) und gleichzeitig Fest- und Ruhetag. So gab es insgesamt 288 Arbeitstage und 72 tianquiztli im Jahr. An den 5 Unglückstagen sollte man nicht arbeiten. Dies ergab insgesamt 365 Tage. Da aber das Jahr ca. 6 Stunden länger ist, ergab sich ein Überschuß an Tagen. Deshalb wurden nach jeweils 52 Jahren 12 ½ Schalttage eingeschoben. Damit wurde eine genauere Angleichung an das Sonnenjahr erreicht, als in jedem europäischen Kalender.

Es gab noch einen zweiten, heiligen Kalender mit 260 Tagen, den sogenannten tonalpohualli, der zu Weissagungen benutzt wurde. Die 260 Tage waren in 20 Wochen zu je 13 Tagen aufgeteilt. Jeder Tag war einem Gott (bzw. einer Göttin) zugeordnet. Das Schicksal der Menschen hing davon ab, ob ihrem Geburtstag gute oder schlechte Eigenschaften zugeschrieben wurde. So war bspw. "Sieben Regen" ein günstiger Tag, "Zwei Kaninchen" dagegen ein schlechter Tag.

1  




Sonnengott Tonatiuh
Seine Zunge ist als ein Opfermesser
dargestellt, als Zeichen dafür, daß er
Opferungen von Blut und menschlichen Herzen
erwartet.
2  




Vier Weltalter
Jaguarsonne, Ocelotonatiuh
Windsonne, Ehécatl
Regensonne, Tlaloc
Wassersonne, Chalchiuhtlicue
3  

Ring der 20 Tageszeichen
Symbole und Erläuterung s.u.
4  


Schmuckring
aus Adlerfedern, Sonnenstrahlen, Edelsteinen
und Blutstropfen
5  



Türkisschlange
aus deren Rachen rechts der
Sonnengott Tonatihu und links
der Feuergott Xluhtecutli schaut

Tag Symbol Gott
1 Krokodil (cipactli) Tonacatecuhtli, Herr der Erhaltung
2 Wind (ehecatls) Quetzalcoatl, die Gefiederte Schlange
3 Haus (calli) Tepeyollotli, das Herz des Berges
4 Eidechse (cuetzepalin) Hueyhuecoyotl, der Alte Kojote
5 Schlange (coatl) Chalchiuhtlicue, die Wassergöttin
6 Tod (miquiztli) Tecciztecatl, der Mondgott
7 Hirsch (mazatl) Tlaloc, der Regengott
8 Kaninchen (tochtli) Mayahuel, die Göttin des Pulque
9 Wasser (atl) Xiuhtecuhtli, der Feuergott
10 Hund (itzcuintli) Mictlantecuhtli, Herr der Unterwelt
11 Affe (ozomatli) Xochipilli, Prinz der Blumen
12 Gras (malinalli) Patecatl, Gott der Heilkunst
13 Rohr (acatl) Tezcatlipoca, Herr des rauchenden Spiegels
14 Jaguar (ocelotl) Tlazolteotl, Göttin der Liebe und des Schmutzes
15 Adler (cuauhtli) Xipe Totec, der gehäutete Herr
16 Geier (cozcaquauhtli) Itzpapalotl, der Obsidianschmetterling
17 Bewegung (ollin) Xolotl
18 Reibstein (tecpatl) Tezcatlipoca, Herr des rauchenden Spiegels
19 Regen (quiauitl) Chantico, Göttin des Herdes
20 Blume (xochitl) Xochiquetzal, Göttin der Blumen

Noch heute werden viele mexikanische Mädchen und Jungen nach aztekischen Symbolen und Helden benannt.