Essen in Mexiko
Siehe auch:
Wenn man mit einem Reiseveranstalter nach Mexiko kommt, hat man oft das Frühstück mit eingeschlossen. Bei Rundreisen, wird man in vorher ausgewählten Restaurants geführt und bei einem Strandaufenthalt wird man in das Hoteleigenen Restaurant oder eines in unmittelbarer Nähe gehen.
Nichts desto Trotz sollte man die vorgegebenen Touristentrampelpfade ab und zu verlassen um die ganze Bandbreite der reichhaltigen und vielseitigen mexikanischen Küche kennen zu lernen.
Hierzu einige Tipps, wo man ißt und was man ißt:
 Wenn ich morgens zur Arbeit fuhr, kam ich an den Straßenständen mit Tamales oder frisch gepreßten Orangensäften vorbei. Das schnelle Frühstück auf dem Weg zur Arbeit besteht oft aus einen heißen Tamal und einer Atole. Das kostete nicht mehr als 1 - 2 Euro und ist super lecker. Was ist nun ein Tamal? Ein Tamal ist ein spezieller Maisgrieß der in Maisblättern gedämpft wird. Es gibt sie "Dulce", d.h. Süß mit Rosinen oder Kokosraspeln (oft rosa eingefärbt) oder "con pollo" mit Hähnchenfleisch und Mole (spez. Soße) oder "con carne de cerdo" mit Schweinefleisch. Die wirklich scharfe Version heißt "rajas" und enthält Chili und Käse. Wenn man Glück hat, werden sogar die "Tamales de Oaxaca" angeboten. Die sind in Bananenblätter eingewickelt und haben noch mehr leckere Zutaten. Nun aber zur Atole. Atole ist ein süßes Heißgetränk das aus Maisstärke hergestellt wird. Es gibt sie in den Geschmacksrichtungen "de fresa", Erdbeergeschmack oder "de Coco", Kokosgeschmack oder "de cajeta", Karamelgeschmack.
Nicht nur Tamales und Atole bekommt man an den Straßenständen. So bekommt man auch an einigen Stellen leckere "Churros", ausgebackenes Spritzgebäck mit Zucker oder am Abend einen heißen Maiskolben am Stiel mit Creme Fraiche. Nicht zu vergessen die Tacos, Tortillas und Tostadas. Sie werden wahlweise belegt mit Gemüse, z.B. Champions oder mit Salat, Tomaten, Zwiebeln, Avocado und Hähnchenbrust oder wer es herzhafter mag mit "chorizo" einer herzhaften Mettwurst.
Ich persönlich halte die Straßenstände nicht für gefährlicher als irgendeine Imbissbude am Straßenrand hier in Deutschland. Schwarze Schafe gibt es überall auf der Welt und sollte mal die Rache Montezumas zuschlagen hat es mehr mit der europäischen Darmflora zu tun, die eine gewisse Zeit braucht sich auf Essen und Klima umzustellen.
Nur bei Lebensmittel die aus Wasser gemacht werden sollte man bei Straßenständen vorsichtig sein. Selbst Mexikaner trauen den Verkäufer zu, statt Wasser aus Gallonen aus der Leitung für die Zubereitung verwendet zu haben. Da wäre z.B. "gelatinas", Wackelpudding und gestoßenes Eis, rot oder grün eingefärbt. Davor besser Hände weg.
Mit etwas mehr Zeit, kann man ein leckeres Frühstück in einen Cafe bekommen. Es gibt dort das einfache Frühstück, das nur aus einen Kaffee und einigen "pan tostado", Toastbroten mit Erdbeermarmelade besteht oder das etwas umfangreichere. Das große Frühstück besteht entweder aus "huevos estrellados", Spiegeleiern oder "huevos revueltos", Rühreiern oder "huevos rancheros", Rührei mit gewürfelten und gebratenen Zwiebeln und Tomaten. Wenn ich hier von Kaffee gesprochen habe, so muß man in Mexiko von Nestcáfe ausgehen. Richtiger Kaffee heißt "cáfe de olla" und den gibt es nicht überall. Man bekommt ihn meist nur in guten Konditoreien, an speziellen Ständen oder in Veracruz, dort wird er auch angebaut.

Die Preiswerteste Art Mittag zu essen, sind die Mittagstisch-Restaurants "comida corrida". Für weniger als 5 EURO bekommt man hier ein Menue aus 3 bis 4 Gängen. In fast allen Restaurant gibt es ausschließlich Menüs. Das heiß eine Suppe "sopa", ein Zwischengang der meist aus Reis und fritierten Bananen "arroz con platanos fritos" besteht (Reis wird stets extra serviert) und einen Hauptgericht "plato fuerte" mit anschließenden Nachtisch "postre". Wenn man sich mit "aqua" zufrieden gibt, muß man noch nicht einmal für das Getränk extra bezahlen. Nun "aqua" bedeutet nicht, wie in herkömmlichen Sinne Wasser, sondern in Mexiko meint man damit Fruchtgetränke mit Wasser verdünnt. So gibt es Melonensaft "agua de sandia" oder Zitronensaft "agua de limon" usw. Die Restaurants sind meist nur zwischen 12:00 und 15:30 Uhr geöffnet und man weiß, das es soweit ist, wenn sich die Angestellten aus den Büros auf die Straße begeben und in kleinen Gruppen die diversen Lokale aufsuchen. Einfach hinterher gehen und sich Überraschen lassen. Ein Wörterbuch sollte man schon dabei haben, wenn man nicht Spanisch spricht, den hier gibt es keine Speisekarten auf Englisch. Die gibt es aber in den Restaurants der Ketten. Was es an Spezialitäten gibt dazu später mehr.
 Niemals schlecht beraten ist man, mit einem Restaurant einer Kette (McDonald ausgenommen). Da wäre z.B. das Vipīs oder die Restaurants der Kaufhäuser Sanborns. Letztere sind meine Favoriten, den hier trifft man nicht nur auf nette Bedienung sondern ißt in einer wunderschönen Atmosphäre. Alle Restaurants der Kette sind im Jugendstildekor eingerichtet und die Bedienung trägt eine Art mexikanische Tracht. Hier bekommt man die Speisekarte auch auf Englisch, wenn es mit dem Spanisch noch nicht so weit her ist. Das Essen hier ist typisch mexikanisch aber z.T. schon an europäische oder nordamerikanische Zungen angepasst. Trotzdem gibt es hier ein überwiegend mexikanisches Publikum. Neben den mexikanischen Essen gibt es hier auch internationale Gerichte und riesige Sandwichs mit Berge von Salat. Auch wenn man eigentlich keinen Nachtisch mehr essen wollte, wird man hier immer wieder schwach, wenn das Personal mit einen Wagen voll Kuchen, Puddings und Cremes an den Tischen vorbei fährt.
Vorsicht aber in den Stoßzeiten, ab 13:00 Uhr oder ab 20:00 Uhr und an den Wochenenden, da kann es schon einmal vorkommen, das man eine halbe Stunde oder länger auf einer Wartebank vor dem Eingang warten muß. Dann wird man in einer Warteliste eingetragen und aufgerufen, wenn ein Tisch frei wird. Wenn man kann sollte man vorbestellen.
 Wirklich gute mexikanische Küche bekommt man auch in vielen Restaurants, Fondas (sehr landestypisch dekorierte Restaurants) und auf ehemaligen Haciendas. Da währe so z.B. die
Antigua Hacienda de Tlálpan im Süden von Mexiko Stadt oder mehr zentral gelegen die
Fonda Santa Clara, die Fonda de Refugio, die Fonda de Recuerdos und das Restaurant Arroyo. Natürlich gibt es nicht nur in der Hauptstadt gute Restaurants, man findet sie überall im Land verteilt. Ein Geheimtipp ist das Restaurant auf dem Dach des Hotels Majestic am Zocalo von Mexiko, von wo man einen wunderbaren Blick auf die Kathedrale, das Rathaus und den ganzen Platz hat.

Wenn man in Mexiko Stadt ist sollte man auch mal auf einer Trajinera in Xochimilco im Süden der Stadt gegessen haben. Trajineras sind bunt bemalte Boote die durch Kanäle fahren, die früher durch die ganze Stadt gingen. Man nennt Xochimilco auch die schwimmenden Gärten und auch noch heute, wird an den Kanalabschnitten, die nicht von den Touristen-Lanchas befahren werden Gemüse und Blumen angebaut. Rund um die Kanäle gibt es schöne kleine Häuser und Gärten. Am schönsten ist es, wenn man an den Sonn- und Samstagen kommt. Dann, wenn sich auch die mexikanischen Familien auf den Booten in den Kanälen tummeln. Auf den Booten kann man Essen oder auch nur etwas trinken. Eine Bootstour macht man aber immer am besten in einer Gruppe von mindestens 6-8 Personen. Ansonsten empfiehlt es sich, bei einer der Reiseagentur nachzufragen, ob man sich einer deutschsprachigen Reisegruppe anschließen kann. Man bezahlt dann, bei der Agentur oder dem Fremdenführer.
Namen und Adressen können bei uns gerne nachgefragt werden.
Auf den Booten selbst, kann man typisch mexikanische Gerichte probieren, wie z.B. "pollo con mole" Hähnchen mit Schokoladensoße oder "ensalada de nopales" Kaktusblätter-Salat. "Mole" ist keine süße Schokolade, wie man sich vielleicht hier vorstellt, sondern eine kräftige Soße. Schokolade, wie wir sie kennen, ist erst dadurch süß, das man Zucker hinein tut. Zu den angebotenen Essen trinkt man ein kühles Bier oder ein paar Fruchtsaftgetränke (siehe Foto).
Wer mal in Mexiko ist und Geschmack an der Mole gefunden hat, kann sich, neben Hausgemachter Mole auch im Supermarkt damit versorgen. So wie seine überall auf der Welt bekannten Suppenwürfel, hat Knorr auch Mole in Würfel in Mexiko auf den Markt gebracht. Daneben gibt es aber auch die in ganz Mexiko bekannte Marke "Doņa Maria" in Sammelgläsern (wie bei uns Senft) und viele andere Marken mehr. - Auf meiner Seite Rezepte verrate ich, neben traditionellen typisch mexikanischen Gerichten, wie ich mein "Hähnchen in Mole" zubereite. Copyright www.mexico-info.de
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Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluß: Geben sie Trinkgeld! Das Grundgehalt der Kellner und der meisten Hotelangestellten ist sehr gering. Das Trinkgeld bildet einen wesentlichen Bestandteil ihres Einkommens und auch wenn man ihnen hier als Pauschaltourist erzählt, daß alles inklusive ist - das Personal bekommt davon nichts mit. Geben sie 10 bis 15 % vom Rechnungsbetrag und verbessern sie den Ruf der Deutschen, das sie nach den Holländern die geizigsten Touristen seien.
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Mexikanisch
Mexiko. Kulinarische Streifzüge |
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