Jesús de la Helguera

(1910 - 1971)

Cuauhtemoc In einer Zeit, als die Filmindustrie Hollywoods anfing, weltweit das Image des Mexikaners, als einen Eselreitenden, dummen und faulen Bauerntölpel oder einen, bis auf die Zähne bewaffneten schmutzigen Revolutionär aufzubauen - setzten die, auch in den USA vertriebenen Kalender mit Bilder von Jesús de la Helguera einen extremen Kontrast dagegen.
Besonders die Kinder der mexikanischen Wanderarbeiter und Emigranten fanden es überhaupt nicht lustig, wenn sie in der Schule mit Speedy Gonzalez oder einer anderen Comixfigur mit Sombrero, Riesenschnauzer und Poncho, der schlafend unter einen Kaktus den Tag verbrachte verglichen wurden.

Auf den Kalenderbildern von Helguera sahen sie stolze Aztekenkrieger, schöne und folkloristisch gekleidete Mexikaner und verklärte Madonnen-Erscheinungen. Vielleicht erscheinen seine Bilder für eine Reihe von Betrachter als kitschig und überzogen patriotisch aber sie gaben und geben noch heute vielen ein positives und motivierendes Mexikobild.
Diese Bilder, die einen gewissen Stolz auf Kultur und Vergangenheit Mexikos vermittelten, befaßten sich neben der Nationalgeschichte, seit der Entdeckung von Hernán Cortes auch mit der Pre-Kolumbianischen Mythologie.

Iztaccíhuatl und Popocatépetl So wurde das 1940 gemalte Bild "La Leyendas de los Volcanes" (Die Legende der Vulkane) vielfach kopiert und erscheint auch heute noch immer wieder, neu aufgelegt auf Postkarten, Postern und Kalendern.
Mit diesen Bild brach bei ihm und bei der mexikanischen Bevölkerung eine regelrechte Leidenschaft für die aztekische Mythologie aus. - Seine Bilder wurden Vorbild für viele andere Künstler und auch zahlreiche Autoren beschäftigten sich verstärkt um die Pre-Kolumbianische Geschichte Mexikos.
Helgueras Ehefrau, Julia Gonzalez Llanos diente für dieses Bild und für vielen anderen Bildern als Modell, wobei sie sowohl als sittsam folkloristisch gekleidete China Poblana , wie auch als spärlich gekleidete Aztekengöttin dargestellt wurde.


Jesús Helguera Jesús Enrique Emilio de la Helguera Espinoza wurde am 28. Mai 1910 in Chihuahua geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Mexiko Stadt und in Cordoba (Veracruz) bis seine Eltern im Jahre 1917 nach Ciudad Real, in Spanien gingen.

Schon in der Grundschule wurde sein künstlerisches Talent entdeckt und sogar vom Direktor der Schule setzte sich persönlich für seine Förderung ein.
Nach der Schule studierte er Bildenden Kunst und Malerei in Madrid und an der Kunstakademie von San Fernando. Er liebte es Bilder von der Natur und den Landschaften zu malen und malte auch eine Zeitlang nach dem Vorbild der klassischen Gemälden des Prado.
Nachdem er aber eine junge Frau aus Madrid geheiratet hatte und zwei Kinder geboren wurden, mußte er auch sehen, daß sein Talent auch Geld einbrachte und so arbeitet er für verschiedene Buch- und Zeitschriftenverlage in Madrid und Barcelona.

Während des spanischen Bürgerkrieges entschloß er sich nach Mexiko zurück zu kehren. Er lebte eine kurze Zeit wieder in Veracruz, wo er Menschen und Landschaften malte und anfing sich mit der indianischen , speziell der aztekischen Mythologie zu beschäftigen.

Er bekam ein Angebot, als Illustrator für das Verlagshaus "Francisco Sayrols" zu arbeiten und zog in die Hauptstadt.

Im Jahre 1940 malte er das Bild "Die Legende der Vulkane", daß vom Verlag "Litolosa" gekauft und publiziert wurde. Es folgten noch zahlreiche, vom Thema ähnliche Bilder, die über ein Jahrzehnt als sogenannte Kalenderbilder in Mexiko und anderen amerikanischen Ländern vertrieben wurden.

Im Jahre 1953 wurde er dann vom Gala de Mexico abgeworben. Von nun an malte er für diesen Verlag Bilder von mexikanischen Nationalhelden, Frauen und Kindern.
Jesus de la Helguera starb am 4. Dezember 1971, doch seine Bilder werden Jahr für Jahr vielfach reproduziert und geben den Betrachter ein Bild eines stolzen und farbenfrohen Mexikos wieder.