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Mexiko ist die Heimat berühmter Architekten wie Juan O´Gorman, Luis Barragan und Ricardo Legorreta.

Mexiko

Architektur

 
Mexikanische Architektur ist so vielfältig, wie das Land und seine Menschen. So wie sich die Rassen über die Jahrhunderte in Mexiko vermischten, so vermischten sich die architektonischen Vorlieben von Azteken, Tolteken, Zapoteken, Mayas usw. mit denen der Spanier und Franzosen, die ins Land kamen.
  
In den ersten Jahrhunderten nach der Eroberung durch der Spanier, setzten sie architektonisch ein Spiegelbild der alten Heimat in "Nuevo España" dem Land auf. Trotzdem war der Einfluß der Azteken schon bald unverkennbar. Im zentralen Hochland fand der schon unter den Azteken verwendete Vulkanstein "Náhuatl", den es in den Farben Rosa bis Dunkelbraun gibt starke Verwendung. Noch heute kann man ihn an den kolonialen Gebäuden in Zentralmexiko (Mexico City, Puebla, Querétaro usw.) den Vulkanstein wiederfinden.
 
Die Gebäude waren nicht nur aus massiven Stein sondern auch im spanischenbarocken und maurisch Stil erbaut worden. Massive Mauern, die das Haus von einer vermeintlichen feindlichen Umwelt schützen und ein Patio (Innenhof), der den Wunsch nach einen, zum Himmel offenen aber zur Straße geschlossenen Raum entgegen kommt.
  
Der Mexikaner sieht in seinen Haus eine Art Zufluchtstätte, einen Ort wo mit sich und seiner Familie allein sein kann. Große offene Fenster zur Straße, Vorgärten ohne Mauern mit einer Liegewiese oder einen Spielplatz für die Kinder oder gar eine offener, von der Straße begehbarer Parkplatz vor dem Haus sind ihm ein Graus.
 
Die ersten Häuser hatten zunächst sogenannte mexikanische Erdfarben (braunrot, rot, ocker oder sandfarben) aber von innen wurden sie, nach indianischer Tradition bunt bemalt und dekoriert. Mit der Zeit wurden die hellen und kräftigen Farben auch auf das Äußere der Häuser gebracht - Farbe wurde zum erschwinglichen Luxus des kleinen Mannes. So sieht man heute überall im Land, die Häuser in kräftigen Farben bemalt. Typische spanische Elemente sind geflieste Wände, Treppen, Innenhöfe mit Brunnen, Säulen, Torbögen, Nischen mit Heiligenstatuen und schmiedeeisernes Gitterwerk (speziell vor Fenster zur Straße hin.
Natürlich kann man, wie fast überall auf der Welt, den Baustil der städtischen Häuser, nicht mit dem der Häuser in ländlichen Gegenden vergleichen. So sind die zeitlosen Hütten und Häuser auf dem Land, aus den Baumaterialien der näheren Umgebung und mehr nach den kulturellen und klimatischen Einflüssen gebaut worden und zu deren Entstehung kein Architekt nötig war. So unterscheiden sich die palmengedeckten palapas der Mayas sich von den Holz- und Lehmziegelwänden erbauten cabañas der einfachen Bauern, im Norden Mexikos.
 
In der rund drei Jahrhunderte umfassenden Kolonialzeit (1521-1821) Mexikos fanden, neue europäische Entwicklungen der Architektur kaum einen Einfluß in den mexikanischen Baustil. Die Häuser wurden Jahrhunderte lang im spanischbarocken bzw. Andalusisch-Maurischen Stil gebaut. Wuchtige Mauern und überladene Barocke Fassaden bestimmten das Bild herrschaftlicher Haciendas und bürgerlichen Wohlstands in den Städten. 
 
Erst im Jahre 1821, endete mit der Unterzeichnung des Plan de Iguala die spanisch geprägte Kolonialzeit und Mexiko öffnete sich neuen neoklassizierten Einflüssen aus Italien und Frankreich. Der französische Baustil wurde unter der Regierung, des Kaisers Maximilians von Habsburg, in Mexiko eingeführt und fand seinen Höhenpunkt unter der Herrschaft des Diktatoren Porfirio Díaz. Besonders viele Häuser im neoklassischen- und Art-nouveau-Stil mit wunderschönen Vitrales (Tiffanyglas) findet man in Mexiko Stadt, rund um die Strasse Alvaro Obregón, in der Colonia Roma und Juarez.

Eine regelrechter Erneuerungsdrang setzte ein und zahlreiche alte Gebäude wurden abgerissen und mußten den neuen Gebäuden weichen, die unter der Regierung Porfirio Díaz entstanden. Seine Vorliebe für alles Europäische und vor allem Französische prägten nicht nur die Häuser, rund um dem Paseo de la Reforma - sondern auch das Centro Historico (Bellas Artes, Palacio de Hierro ...). Die Häuser wurden von innen in französischer Manier eingerichtet und auch französisch zu sprechen wurde "in".
 
Den Stil der Europäer in Kunst und Architektur zu kopieren änderte sich nach der mexikanischen Revolution 1910. Der erste Präsident nach der Revolution suchte nach einer nationalen Identität und ermunterte die Mexikaner, ihre eigene kulturellen Quellen zu entdecken. Im Jahre 1921 wurde die erste Ausstellung indianischen Kunsthandwerkes in Mexiko Stadt gezeigt und der Bildungsminister José Vasconcelos führte das Wandbild-Programm ein, indem Künstler, wie Diego Rivera, José Clement Orozco und andere den mexikanischen Volk ihre eigenen Wurzeln bildlich vorführten.
 
 

Juan O´Gorman

 

Intellektuelle und Künstler fingen an prähispanische Kunst und indianisches Kunsthandwerk zu sammeln und richteten ihre Häuser im "volkstümlichen" und bunten Indiostil ein - dies fand letztendlich auch in der Architektur seinen Niederschlag. Im Jahre 1932 entwarf der Architekt Juan O´Gorman für das Künstlerehepaar Diego Rivera und Frida Kahlo zwei Häuser. Die zwei Häuser hatten strenge geometrische Formen und standen somit im krassen Gegensatz der vergangenen Baustile. Im Stil waren sie zwar wieder Europäisch angehaucht (Bauhausstil...) aber die bunten und kräftigen Farben spiegelte die mexikanische (indianische) Seele Mexikos wieder.
 
 

Luis Barragán

 

Weit bekannter als Juan O´Gorman, auch über die Grenzen Mexikos hinaus, wurde der Architekt Luis Barragán (1902-1988), oft auch als der "Vater der modernen mexikanischen Architektur" bezeichnet. Folkloristisches oder gar traditionelle Bauweisen wurden von ihm ganz zur Seite gedrängt und statt dessen kamen die leuchtenden Farben, wie sie bei der ländlichen Bevölkerung, schon ehedem sehr beliebt waren in den Vordergrund. Die Linien waren klar und einfach und seine Bauwerke wirken auf dem Betrachter, wie abstrakte Kunstwerke.
 
Barragán sagte einmal: "Architektur ist nicht nur räumlich, sondern auch musikalisch. Diese Musik wird mit Wasser gespielt. Die Bedeutung der Mauer liegt darin, daß sie vom Außenraum der Straße isolieren. Die Straße ist aggressiv, sogar feindlich: Mauern schaffen Stille. In dieser Stille kann man mit Wasser als Musik spielen. Danach umgibt uns diese Musik."

Es ist wahr, die Mauer scheint eines der wichtigsten und typischsten mexikanischen Bauelemente über alle Jahrhunderte hinweg ihren Platz in der Architektur behalten zu haben. In keinen anderen Land, bin ich so oft an einer Straße entlang gelaufen, die fast nur aus Mauern und einigen Eingangstüren bestand.
Barragán wurde wegweisend für die mexikanische Architektur und da, obwohl er nie besonders Produktiv war. In seinen letzten dreißig Jahren schuf er gerade drei Gebäude: Casa Galvez (1955), San Cristobal/Los Clubes (1967) und Casa Gilardi (1978).
 
Neben diesen drei äußerst beeindruckenden Gebäude hinterließ er auch etwas, was man als Wahrzeichen der Stadt bezeichnen kann: In Zusammenarbeit mit dem Künstler Mathias Goeritz, schuf er die Torres de Satéllite - fünf dreieckige, in leuchtenden Farben angestrichenen Türme an der Autobahn nach Querétaro, im Norden von Mexico City.
 
Museum Luis Barragán:
Sein Wohnhaus im Stadtteil Tacubaya (Mexico City), wurde Anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahre 2002 als Museum eröffnet. Adresse: Francisco Ramírez 14, Col. Tacubaya, Tel. 55 15 49 08
 
 

Ricardo Legorreta

 
Die strengen Formen und leuchtenden Farben, die mit Barragáns ihren Anfang fanden wurden von seinen Nachfolgern aufgegriffen und fortgeführt. Anläßlich der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko, schuf der Architekt Ricardo Legorreta (geb.1931), ein viel beachtetes architektonisches Meisterwerk mit dem Bau des Luxushotels Camino Real in Mexiko Stadt. Weiter Hotelbauten folgten den Camino Real, wie z.B. das Camino Real Cancun, die Hotelpyramide Las Brisas in Ixtapa, usw.