Azteken
Obwohl es vor den
Azteken und während ihrer Herrschaft noch eine Reihe von anderen Stämmen mit einer hoch entwickelten Kultur in
Mexico gab, sind sie, neben den Mayas die Bekanntesten. Während die Mayas die Yucatan Halbinsel und halb Mittelamerika beherrschten, regierten die Azteken in Zentralmexiko. Ihre Ursprünge liegen z.T. noch im Dunkeln. Sie selbst betrachteten sich als die Nachkommen der Tolteken, deren Blütezeit um das Jahr 1175 zu Ende ging. Eindrucksvolle Hinterlassenschaft der Tolteken, sind die Atlanten von Tula (ca. 1½ Std. mit dem Autobus von Mexico City entfernt).
Der Stamm der Azteken ("Leute aus dem Land Aztlán") wanderte im 12. Jahrhundert von Nordwesten aus, in das Hochtal von Mexiko-Stadt ein. In dem von Sümpfen umgebenen Gebiet in Texcoco, in einem der Talseen bauten sie auf einer Insel eine Siedlung der sie den Namen Tenochtitlán gaben. Von da an bezeichneten sich die Azteken als "Mexica". Der Legende nach, hatten ihnen die Götter prophezeit, daß sie einen Adler auf einen Kaktus erblicken werde, der eine Schlange zwischen Krallen und Schnabel fest hält und dort sollten sie siedeln.
Neben der Hauptinsel mit der Stadt Tenochitlán, wurde noch eine kleine Nachbarinsel mit Namen Tlateloco besiedelt. Hier entwickelte sich ein Kaufmannsstand, der von den kriegerischen Azteken der Hauptinsel argwöhnisch beobachtet wurde. Der hier abgehaltene Markt wurde aufgrund der reichen, aus allen Landesgebieten herangeschafften Waren zum größtem Markt ganz Mesoamerikas. Cortés schrieb später an seinen Kaiser Karl V :" Unter uns sind Soldaten, die in der Welt weit herum gekommen sind, in Konstantinopel, in ganz Italien, sogar in Rom, und sie sagen, sie hätten niemals einen so geordneten, großen und so von Waren und Menschen überfüllten Markt gesehen."
Als die Siedlung größer wurde, sicherte man sie durch den Bau von Dämmen, die das Wasser der umliegenden Sümpfe aufstauten und die Stadt zu einer uneinnehmbaren Inselfestung machten. Unter Itzcoatl, ihrem ersten Kaiser, dehnten die Azteken ihr Einflussgebiet auf das gesamte Tal von Mexiko aus und wurden aufgrund starker kriegerischer Auseinandersetzungen mit den Nachbarstämmen zur vorherrschenden Macht im zentralen und südlichen Mexiko. Das Herrschaftsgebiet dehnte sich von Norden nach Osten bis an die Golfküste. nach Süden und Südwesten von Colima über Oaxaca bis zur Grenze des heutigen Guatemala aus. Es entstand ein Gebiet, das letztendlich aus 40 Provinzen bestand und deren unterworfene Bewohner den Azteken tributpflichtig waren. Gerade diese Unterdrückung machte diese Stämme zu den idealen Verbündeten der Spanier, was zum Untergang der aztekischen Hochkultur führte.
Die meisten aztekischen Kultstätten wurden von den spanischen Eroberern zerstört und die Steine für den Erbau ihrer eigenen Kirchen und Paläste verwendet. Teile der alten Tempelanlagen, des "Templo Mayor" wurden neben der Kathedrale 1978 bei Kabelverlegearbeiten freigelegt, ebenso schon einige Zeit früher der "Plaza de las Tres Culturas" in Tlateloco. Die bedeutendsten künstlerischen Relikte der aztekischen Kultur sind der Sonnenkalender (Anthropologisches Museum) , sowie der Stein der Mondgöttin Coyolxauhqui, den man beim Bau der U-Bahn fand.
Viele Touristen glauben, daß die Sonnen- und die Mondpyramide von den Azteken erbaut wurden, aber dies ist falsch. Die Pyramide und die gesamte Anlage im Umkreis entstanden fast 1000 Jahre früher, errichtet von einer Hochkultur über die heute nicht viel bekannt ist, da sie im Gegensatz zu den Azteken oder Mayas keinerlei schriftliche Aufzeichnungen hinterließ. Besonders bekannt wurden die Azteken auch durch den
Aztekischen Kalender.