Liebe & Co in Mexiko
Überall auf der Welt verlieben sich Menschen und haben Sex aber auch überall auf der Welt, wird dieses Gefühl durch die Kultur, Sitte und Moral des Landes beeinflußt. Es gibt aber auch immer Liebe, die sich über alles hinweg setzt und sich positiv von allen negativen Aspekten hervor hebt.
Liebe in der Familie
Jeder der Augen hat, wird schon nach kurzer Zeit feststellen, daß man seine Liebe und Verbundenheit innerhalb der Familie auch öffentlich ohne Scheu zeigt. Väter und Mütter schmusen mit ihren Kindern. Die Eltern küssen ihre Kinder und die Kinder ihre Eltern und auch die liebe Nachbarin oder Freundin bekommt von den Kleinen einen Schmatz auf die Backe gedrückt.
Die Erwachsenen Kinder besuchen ihre Eltern, wenn sie nicht mehr zuhause wohnen, so oft wie es ihnen nur möglich ist, denn die enge Beziehung zwischen Eltern und Kindern überlebt auch die kritischen Phasen in der Pubertät in Mexiko scheinbar unbeschadet. In Mexiko gibt es kaum Altersheime, da sich die meisten Mexikaner niemals vorstellen könnten, seine gebrechlichen und alten Eltern dort abzuschieben. Meist opfert sich ein weibliches Familienmitglied für deren lebenslange Pflege auf. Oft ist es eine unverheiratet gebliebene Tochter (siehe hierzu "Kino" und "Como Agua para Chocolate"), die wiederum unter starken psychischen Druck steht.
Schon alleine, wegen der unzureichenden Altersversicherung sind die Eltern sehr von ihren Kindern abhängig. Genauso wie viele Mütter auf ihre Mütter angewiesen sind, wenn es um die Kinderbetreuung geht. Zwar gibt es Kinderkrippen und Kindergärten aber nicht alle können sie sich leisten. Besonders in den Städten ist das Leben teuer und die Frauen, gehen oft, unmittelbar nach dem Mutterschutz wieder arbeiten.
Spätestens am Muttertag ist es jeden Mexikobesucher ganz offensichtlich, was diese Liebe, insbesondere zu den Müttern für einen Mexikaner bedeutet. Der Muttertag ist zwar kein offizieller Feiertag aber wenn er in die Woche fällt, sieht man das die Büros und Geschäfte früher schließen. Schon Wochen vorher, wird wie bei uns Weihnachten in den Geschäften alles für diesen Tag dekoriert. Plüschtiere, rote Schleifen, Herzchen und Blumen sind die äußeren Symbole. Jeder möchte an diesen Tag bei seiner Mutter am Nachmittag sein.
Dieses enge Gefühl der Verbundenheit wird bei den Mexikanern schon in der Kindheit entwickelt. Die Mütter geben ihren Kinder stets ein Maximum an Nähe und Geborgenheit. Selten sieht man sie mit ihren Kindern schimpfen, vieles wird ihnen erlaubt und von ihnen vertragen. Sie sind ihre "reyes", Könige oder "princesas", Prinzesinnen. Allein, daß sich gute Freunde immer mit einem Kuß und einer herzhaften Umarmung begrüßen unterscheidet die Mexikaner doch schon erheblich von uns "coolen" Mitteleuropäern. Männer begrüßen sich untereinander immer mit einer kräftigen Umarmung und einigen Schulterschlägen. Küsse sieht man nur bei Vater und Sohn oder Homosexuellen Männern.
Liebe bei Paaren
Wer einen mexikanischen Partner hat muß damit leben lernen, daß zuweilen die Familie vor der Partnerschaft kommt. Wird man vom Freund (oder Freundin) nicht der Familie vorgestellt, kann man davon ausgehen, daß man nur ein Abenteuer ist. Ist ein Mexikaner wirklich verliebt und will eine dauerhafte Partnerschaft beginnen, stellt er die betreffende Person den Eltern oder zumindest seinen Geschwistern vor. Für verliebte Mexikaner sind dann verborgene Gefühle und Heimlichkeiten wirklich nicht ihr Ding (es sei denn, er ist schon anderweitig gebunden). Wenn er dann seine Gefühle zum Ausdruck bringt, fängt es mit Blumen, Süßigkeiten verpackt in Herzform oder Plüschtieren an und wenn es bis zur Spitze getrieben wird, arrangiert er sogar eine Mariachiptruppe und hält der angebetenen ein Ständchen.
Meist bleibt es bei den Plüschtieren, die man z.B. in Mexiko-Stadt in den Geschäften an den Metro-Stationen zu Hauff bewundern kann. Eine Besonderheit gibt es in Mexiko noch, wenn es langsam Richtung Hochzeit geht. Die "Despedida de Solteros". In der mexikanischen Version des Polterabends feiert man nach Geschlechtern getrennt, den Abschied vom Junggesellenleben. Es wird sehr viel herum gealbert, getrunken und die Männer lassen "die Puppen tanzen". Im Gegenzug lassen heute viele Frauen, in den großen Städten, soweit sie es sich leisten können, auch mal einen männlichen "Stripper" tanzen. Die Hochzeitsreise nennt man "Luna de miel".
Die "Versteckte Liebe" gibt es in Mexiko überall und scheint für viele so normal zu sein. Junge Leute wohnen meist bis zur Hochzeit bei ihren Eltern und wenn man zuhause auszieht, dann nur um in einer anderen Stadt zu studieren. Bei jungen Männern wird das von der Familie noch relativ gut akzeptiert aber wenn man als Mädchen ausziehen will und das nicht aus dem zuvor genannten Grund, bekommt das für die mexikanische Gesellschaft heute noch einen schlechten Beigeschmack.
Bekannt sind auch Stundenhotels - und es gibt davon unzählige in der Stadt. Das Stundenhotel ist die niedrigste Stufe in punkto "Versteckte Liebe" und sie werden auch von unverheirateten Paaren genutzt, um mal ein paar Stunden intim zu sein. Weit beliebter aber durch die anhaltende ökonomische Krise nicht mehr so gebräuchlich, wie vor 40 oder 50 Jahren ist die "Casa Chica". Das kleine Haus für die Geliebte gehörte noch bis in die 70-er Jahre fast zum guten Ton, für die Herren der gehobenen Schichten oder für alle die glaubten, daß sie es sich leisten könnten und sollten. Meist wußten nicht nur Freunde und Kollegen davon, sondern oft genug mußten die Ehefrauen damit leben. Der Verdienst des Ehemanns ging nicht nur an sie und ihre Kinder, sondern mußte noch für den Unterhalt der "Zweitfrau" und deren Kinder reichen. Diese "Zweitfrau" hatte zwar ein gesellschaftlich schlechtes Ansehen aber dafür keine schmutzige Wäsche oder Launen des Geliebten zu vertragen, den zu ihr ging er hin um "Spaß" zu haben - der unangenehme Rest blieb für die Angetraute zuhause.
Neben reichen Geschäftsleuten, hohen Beamten leisteten sich sogar die Präsidenten eine "Casa Chica". So berappte der Ex-Präsident Lopez Portillo kurz vor Ende seiner Amtszeit zwei Millionen Dollar, um seiner Freundin eine Casa Chica bauen zu lassen. Als die First Lady davon erfuhr, mußte er noch mal tief in die Tasche greifen, um seiner Ehefrau ein ebenso prächtiges "Häuschen" zu bauen.
Heute leistet "Mann" sich höchstens eine Wohnung, die kann, wie die Geliebte jederzeit gekündigt werden und reißt nicht so auffällige Lücken in das Einkommen. Noch preiswerter sind, wie schon erwähnt die Stundenhotels.
Sexuelle Aufklärung
Obwohl in Mexiko, wie bei uns auch, ab der fünften Klasse, im Rahmen des Biologieunterrichts eine sexuelle Aufklärung stattfindet, werden laut MEXFAM, (Fundación Mexicana para la planeación familiar), jährlich mehr als 500.000 Kindern von Mädchen unter 18 Jahren geboren. Laut einer Umfrage von MEXFAM haben die Jugendlichen ihre ersten sexuellen Beziehungen im Alter von 16 Jahren, wobei nur jeder Sechste dabei an Verhütung dachte.
Was bei den Mädchen mittlerweile als eine Option angesehen wird, sexuelle Erfahrungen vor der Ehe zu machen oder nicht, ist es bei den Jungen zum Teil immer noch ein gesellschaftliches "muß". Sie werden oft von älteren Brüdern und Freunden regelrecht dazu gedrängt sexuelle Erfahrungen zu machen. Oft ist dann das "Erstemal" bei einer Prostituierten und das prägt oft nachteilig die Zukünftige Einstellung zu Frauen und Sexualität.
In manchen Kreisen, muß dann zuweilen das Dienstmädchen dran glauben oder man versucht es mit einer Touristin. Hauptsache Niemand, den man sich irgendwie verpflichtet fühlen muß. Wie schon erwähnt, die "guten Mädchen" stellt man der Familie vor und werden dann auch oft geheiratet. Wobei in Mexiko "Geld stets zu Geld" kommt und die armen Mädchen höchstens in einen, der allabendlichen Telenovelas (z.B."Marimar") ihren reichen Traumprinzen finden.
Sexmagazine liegen bei uns in jedem Kaufhaus oder Supermarkt ganz selbstverständlich offen herum, dies ist in Mexiko undenkbar. Die Magazine bekommt man nicht im Supermarkt, sondern man muß am Zeitungskiosk danach fragen und sie sind in Folie gut eingeschweißt, damit die nackten Blondinen ja niemand zu Gesicht bekommt, bevor er die Zeitung nicht gekauft hat.
Was bei uns als "Softporno" schon am frühen Abend für Groß und Klein zu konsumieren ist, gibt es in Mexiko nur in ganz speziellen kostenpflichtigen Kabelkanälen spät abends zu sehen. Sendungen über Liebe und Sex alá Lilo Wanders in Mexikanischen TV - Unmöglich! Sexy und super eng verpackt, zeigt sich fast jeder mexikanische Star aber niemals oben ohne. Wenn eine Frau am Strand das Oberteil fallen läßt, muß sie damit rechnen mit der Polizei Bekanntschaft zu machen.