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Die Mexikaner machen aus Papier nicht nur Pinatas, sondern auch interessante andere Kunstwerke.

Mexiko

Papier

 
Nicht nur für die mexikanische Volkskunst sind die Häfen Veracruz und Acapulco von erheblicher Bedeutung. Über Veracruz kamen Menschen und Waren aus Europa und Afrika und auch noch heute kann man einen leichten afrikanischen Einfluß bei den Menschen und in der Musik feststellen. Über Acapulco kamen sehr viele Waren aus Asien ins Land. So kann man heute noch eine Reihe von Ähnlichkeiten zwischen den Phillipinen und Mexico erkennen, da sehr viele Schiffe von dort aus über den Pazifik rüber kamen. Aus China kam neben Porzellan, Schießpulver, Seide usw. auch Papier. Nicht irgend ein Papier sondern das so genannte "Papel de China", Chinapapier das nicht nur zur Herstellung von Piñatas sondern auch für Scherenschnittbilder benutzt wird.

Diese Scherenschnittbilder heißen in Mexiko "Papel Picado" und sind auch keine mexikanische Erfindung. Nur, daß diese Kunst in Mexiko zu einer einzigartigen "Massenproduktion" ausgebaut wurde, da man nicht nur ein einziges Bild ausschneidet. Für ein Girlande, die auf keiner mexikanischen Fiesta fehlen darf benötigt man eine ganze Reihe von "Papel Picados". Bei der Herstellung legt man bis zu 50 Blätter übereinander und fixiert sie an den Rändern mit Nägeln. Oben auf, legt man ein Schablone und trägt das Muster auf. Dieses Muster wird dann mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Meißeln ausgehämmert und fertig sind 50 total identische Papel Picados.

Neben der Herstellung von Serien gibt es aber immer noch die Einzelfertigung. Dabei handelt es sich um Bilder höchster künstlerischen Qualität. Diese Bilder werden seit neusten auch bemalt angeboten. - Ein bekannter Ort für deren Herstellung ist "San SalvadorHuixcolotla" in Puebla aber auch in vielen anderen Orten wird in den Familienbetrieben auf das "papel de chino" gehämmert. Besonders schöne Exemplare hängt man am besten auch nicht einfach wie eine Girlande an eine Schnur oder mit Reißzwecken auf.

Am schönsten kommen sie in einen schlichten Bilderrahmen zur Geltung. Scheren-schnittbilder wurden vermutlich das ersten mal von einen gewissen Tsái Lun, einem Gefolgsmann des Eroberers von Cathay Ho Ties im Jahre 105 v. Chr. gemacht. In Polen heißen sie "wycinanki", in China "hua yang", in Japan "kirigami", in Frankreich "Silhouettes" und in Mexiko halt "Papel Picado". Besonders schöne Exemplare kann man u.a. im Museum "Nacional de Cultura Populares" (Volkskunstmuseum) in Coyocán, Mexico City sehen.

 


Papel Amate

 
Papel amate wird das aus der Rinde des Jonote Baumes hergestellt und ist ein Produkt prähispanischen Ursprungs. Schon die altenAzteken schrieben ihre Codices auf Baumrindenpapier. Die Herstellung von Amate-Papier wurde insbesondere auch wegen seiner wichtigen Funktion bei den religiösen Zeremonien lebendig erhalten. Das Papier, daß bei besonderen Zeremonien früher auch den Göttern als Geschenk geopfert wurde, wird auch heute noch in Handarbeit hergestellt und für die Fertigung verschiedener Kunsthand- werkgegenstände gebraucht.
 
Heute gehört das handbemalte und in alle Welt exportierte Papel Amate zu den farbenfrohen und besonders preiswerten Mitbringseln. Mit geometrischen Mustern bemalt oder graviert werden ausgehöhlte Kalebassen, die schließlich als Aufbewahrungsgefäße für wenige Pesos verkauft werden.
 


Piñatas

 
Auch für Piñatas wird "papel de China" benutzt und dort wo sie aufgehängt und anschließend zerschlagen werden, hängt auch oft auch eine Girlande aus "Papel Picado". Auf dem Foto links sieht man ein besonders große und schöne Piñata. Genauso wie beim Papel Picado, gibt es hier sogenannte Massenware aber auch wunderschöne Einzelstücke von künstlerisch hoher Qualität. Piñatas werden nicht nur zum Geburtstag sondern auch gerne zu Weihnachten aufgehängt und zerschlagen.

Wer mehr über die Geschichte und Lieder bezüglich der Piñata wissen will, schaut am besten auf die Seite Piñata.