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Zeitzonen und Zeitempfinden in Mexiko.

Mexiko

Zeit

 

 

Zeitzonen und Zeitverschiebung

 
In Mexiko gibt es drei Zeitzonen (alle Angaben im Vergleich zur MEZ):
 
Mexico City: - 7 Stunden;
Süden Baja Californias und Westküste bis Puerto Vallarta: - 8 Stunden.
Norden Baja Californias: - 9 Stunden;
 
Seit einigen Jahren gibt es auch in Mexiko eine Sommerzeit, dann werden wie bei uns die Uhren im April bzw. Oktober umgestellt.
 
 
Wenn man von Europa nach Mexiko fliegt, kommt man im allgemeinen mit der Zeitverschiebung ganz gut klar, man ist zwar in den ersten zwei Tagen "früh" müde und möchte am liebsten schon um 21:00 Uhr ins Bett aber man gewöhnt sich schnell an die neue Zeit. Hart hingegen ist der umgekehrte Weg: von Mexiko nach Europa. Die 7 bis 8 Std. früher können einen bis zur 1 Woche zu schaffen machen. Man kommt morgens kaum aus dem Bett und nachts ist man hell wach und kann nicht einschlafen. Ich empfehle jedem, wenn möglich, nicht einen Tag direkt nach Ankunft in Deutschland arbeiten zu gehen - ein bis zwei Tage Urlaub sollte man noch dran hängen, bevor es wieder richtig los geht.
 
 

Zeitempfinden

 
Mañana, mañana - es ist leider war, zumindest im Privatleben läßt sich der Mexikaner viel Zeit. Wer hier auf Pünktlichkeit zählt, wird bald eines Besseren belehrt. Familie und Freunde läßt man schon mal, ein bis zwei Stunden warten. Es wird geradezu als Unhöflichkeit angesehen zu einer Einladung pünktlich zu kommen; der Gastgeber könnte ja noch nicht umgezogen sein usw. Schon die kleinen Kinder haben das Lieblingswort im Mund: "Ahorita", "Ahorita vengo", d.h. "Gleich", "Gleich komme ich"; wobei in Spanien, daß Wort "ahora" "Jetzt!" bedeutet. Hierzu muß man aber sagen, daß dieses "Ahorita" auch schon mal ein paar Minuten bis zur einer viertel Stunde dauern kann. Wenn man sich in einen Lokal, auf einen Platz oder sonst wo draußen trifft, sollte man viel Geduld und ein dickes Buch dabei haben. Ich hatte mir und meinen Freunden eine maximale Wartezeit von einer halben Stunde gesetzt, dann sah ich die Verabredung als geplatzt an und ging.
 
Natürlich werden die tollsten Ausreden angegeben, warum und wieso man zu spät kommt. Tatsache ist, der Mexikaner schaut nicht auf die Uhr. Der Augenblick ist von Bedeutung und nicht das nachher. Wenn man sich gerade so gut Unterhält oder noch in den Federn liegt, da zählt nicht die Verabredung die man in ein paar Stunden oder in fünf Minuten hat.
 
Besonders Zeitraubend sind Behördengänge. "Mañana" heißt hier noch lange nicht "Morgen". Sagt einer, daß die Papiere in 2 Wochen fertig sind, kann man davon ausgehen, daß es vielleicht 2 Monate dauern wird - ist mir so passiert. In den großen Städten legt man mittlerweile etwas mehr Wert auf Zeit oder "Pünktlichkeit" aber auf dem Land oder an der Küste, bei den Bauern und Fischern, hat man da keine besonders hohen Ansprüche. Man richtet sich nach dem Verlauf der Sonne, der alltäglichen Abläufe und den "Jahreszeiten". Pünktlich sind hier, die Abfahrtzeiten der Autobusse und das Kino :0)
 
In Mexiko kommt man auch, zwei Minuten vor Feierabend, noch in ein Geschäft - der Kunde ist "König" und soviel Zeit hat man noch. Viele Ärzte haben noch Sprechstunde, wenn bei uns hier in allen Praxen die Lichter aus sind. Zeit hat man für den Kunden auch am Samstag oder Sonntag. Wer um 20 oder 21 Uhr einen Zahnarzt braucht, wird auch einen finden, der "um diese Zeit" noch Behandlungen vornimmt.
 
Wer ein Problem hat und sich dies von der Seele reden möchte, wir in Mexiko immer einen Zuhörer finden, der sich die "Zeit nimmt" einen anzuhören. Man hat Zeit für die Familie und auch für die Freunde, wenn man endlich da ist. Zeit ist in Mexiko relativ.