Rassen


Mit circa 80% Mestizen ist Mexiko, das Land mit dem höchsten Anteil gemischtrassiger Bevölkerung ganz Lateinamerikas. Der Anteil rein europäischstämmiger und rein indianischstämmiger Mexikaner beträgt jeweils in etwa 10%. Wobei man heute bei den Mestizen auch noch die unterschiedlichsten Mischungen einbezieht. Daneben gibt es einen verschwindend geringen Teil von arabisch und asiatischstämmigen Einwohnern.

Indianer Weiße Mestizen
vor 1511 100 % 0% 0%
um 1750 60% 15% 25%
um 1999 10% 10% 80%

Cortés und Malinche
Kaum neun Monate nachdem der erste Spanier Mexiko betrat gab es die ersten Mestizen in Mexiko. Neben den unzähligen unbekannten Soldaten, die sich Indianische Frauen mit mehr oder weniger Gewalt nahmen, gibt es auch eine Reihe von romantischen Geschichten.

So verliebte sich der Conquista Gonzalo Guerrero, der 1511 die Halbinsel Yucatan betrat, in die Mayaprinzessin Zazil Há und nahm sie zur Frau. Mit ihr hatte er zwei Söhne, die offiziell als die ersten Mestizen Mexikos gezählt werden.
Auch der Eroberer Hernán Cortés hatte mit seiner Dolmetscherin und Geliebten Malinche einen gemeinsamen Sohn. Diese Kinder der ersten Generation, hatten im Gegensatz zu gemischtrassigen Kindern aus den portugiesischen und englischen Kolonien, die volle Akzeptanz des spanischen Mutterlandes. Die die Vermischung nicht nur duldete sondern zum Teil sogar förderte.
Wenn man davon absieht, daß der Größtteil der indianischen Bevölkerung im Land fast ausgerottet wurden, waren Indianer (besonders die Adliger Abstammung) eine Sensation in Spanien. Eine Reihe von Azteken- und Mayaprinzessinnen gingen mit ihren spanischen Ehemännern auch nach Spanien.


CoyoteLoboMestizoMoriscoMulatto

Im 17. Jahrhundert kam die detaillierte Beschreibung der Rassenmischungen in Mexiko "Las Castas Mexicanas" in der spanischsprachigen Welt regelrecht in Mode. Eine Reihe von Malern beschäftigten sich mit diesen Thema, so u.a.: Ygnacio M. Barreda y Ordoņes, Maria Concepcion Garcia Saiz, Roberto Moreno de los Arcos, Diego Angulo Oniguez und Miguel Angel Fernandez. Auf ihren Gemälden sieht man nicht nur die ethnologischen Unterschiede sondern, die auch damit verbundenen gesellschaftlichen Stellung anhand der Kleidung und der Umgebung. In diesen Gemälden wurde, wie folgt unterschieden:
Quelle: http://hemi.ps.tsoa.nyu.edu/archive/studentwork/colony/olson/Casta1.htm

Bezeichnung Bedeutung Eltern
Indígenas lat: indigenus=einheimisch beide Indígenas
Criollos In den Kolonien geborener Spanier beide Spanier
Mestizo mezclar=gemischt Spanier&Indígena
Castizo casta=Kaste Spanier&Mestizo
Mulatto mula=Maultier Spanier&Afrikaner
Morisco moro=Schwarzer Spanier&Mulatto
Coyote nahuatl=Coyote Mestizo&Indígena
Lobo lobo=Wolf Afrikaner&Indígena
Zambo strambus=O-Beinig Mulatto&Indígena
Albino albino=farblos Morisco&Criollo
Ahi te estas Hier bist du Mulatto&Coyote
Chino gelockt Morisco&Criollo

Trotz der vielen Mischungen ist Mexiko immer noch ein Land mit der größten Vielfalt an Indianerstämme in ganz Lateinamerika. Alleine was die Sprachen betrieft, unterscheidet man 84 Indianerstämme, wobei die einzelnen Stämme wieder sich in verschiedene Untergruppen unterteilen. Seit einigen Jahren bemüht sich die mexikanische Regierung darum, das die Kinder neben der spanischen Sprache ihre eigene pflegen und richten dafür spezielle Unterrichtstunden in den Schulen der verschiedenen Regionen ein.
Laut letzter Statistischen Erhebung im Jahre 2000 ist der Anteil der Indianischsprachigen Bevölkerung wieder leicht angestiegen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung, der neben Spanisch noch seine eigene Indianische Sprache spricht lebt im Süden und Südosten von Mexiko. Siehe hierzu folgende Abbildung:



Amuzgo, Azteca, Chatino, Chichi-Pooloca, Chichimeco Jonaz, Chinanteco, Chol, Chontal (Tabasco), Chuj, Cochimi, Cora, Cucapa, Cuicateca, Guarijio, Huasteco, Huave, Huichol (Jalisco und Nayarit), Ixcateco, Jacalteco, Kikapu (Nord Coahuila), Kiliwa, Kumiai, Lacandon (Chiapas),Lipan Apache (Nord Chihuahua), Mame, Matlatzinca, Mayan (Yucatan), Mayo, Mazahua, Mixe, Mixteca, Motozintleco, Nahua, Olmeca, Opata (Sonora), Otomi, Paipai (akwa'ala), Pame, Papago, Pima Alto, Pima Bajo, Popoloca, Popoluca, Purepecha/Tarasco, Seri, Tarahumara, Tepehua, Tepehuano, Tequistlateco/Chontal de Oaxaca, Tlapaneco, Tojolabal, Toltec, Totonaco, Trique, Tzeltal, Tzotzil, Yaqui, Zapoteco und Zoque. ...
Mehr Info findet man auf der Homepage von Instituto Nacional Indigenista und unter "Pueblas Indegenas" bei Departaniento de Desarrollosostenible und detailierte Karten über die verschiedenen Volksgruppen bei SEDESOL.

Trotz allen, daß die spanisch- (bzw. europäisch)-stämmigen Einwohner stets eine Minderheit waren und sind, haben sie stets einen überdurschnittlichen Anteil an hohen Ämtern und Positionen im Land. Wenn man mexikanische Magazine, Werbung oder Spielfilme sieht, kann man sich des Gefühls nicht erwehren, daß das Bild der indianischen Bevölkerung gemieden wird. Eine "Indígena" kommt in den allabendlichen Novelas höchstens als Dienstmädchen oder Bauerntrampel vor.
Es ist schon fast ein Wunder, daß ein Zapoteke (aus Oaxaca) Benito Juárez, es als einzigster Indianer 1858 bis zum Präsidentenamt geschaft hatte.
Wenn in einer Mestizenfamilie ein Kind geboren wird hoffen alle, daß es mehr seinen weißen, als seinen indianischstämmigen Vorfahren ähnelt. Je heller die Haut, die Augen und die Haare, um so freudiger wird der Nachwuchs auf Händen getragen. Es kommt bei den gleichen Elternteilen immer wieder zu total unterschiedlich aussehenden Kindern und es ist traurig, zu sehen das wirklich hübsch aussehende Mexikaner(-inen) einen Komplex mit sich rum tragen, nur weil sie dunkler sind, wie ihre Geschwister.

Maya