Soziale Daten
Nach der letzten Volkszählung vom 14 Februar 2000 kam Mexiko auf eine Einwohnerzahl von 97.483.412. Zur Zeit liegt Mexiko noch am zehnter Stelle der Länder, mit dem größten jährlichen Bevölkerungszuwachs aber man sieht es schon als ein Erfolg an, daß die Zuwachsrate im Vergleich zu den Jahren zuvor um 1,9 Prozent abgenommen hat. Nachtrag Juni 2004: CONAPO (Consejo Nacional de Población) teilt, in einer noch nicht vollständig aus- gewertenden Studie mit, daß die aktuelle Einwohnerzahl Mexiko´s auf 105.3 Millonen gestiegen ist.
Es findet somit ein Wandel im Denken, der Bevölkerung statt. Viele Kinder könne zum sozialen Abstieg führen und bedeuten nicht immer die sichere Altersversorgung. Besonders die Paare in den Großen Städten lassen sich heute mehr Zeit mit dem Nachwuchs und wenn, dann bleibt es bei zwei Kindern. Laut letzter Zählung ist der Männeranteil in den letzten zehn Jahren weiter zurück gegangen. Noch 1990 kamen auf 100 Frauen noch 97 Männer, heute sind es nur noch 95. Es sind rund 47,6 Millionen Männer auf 49,9 Millionen Frauen.
Die Mestizen sind mit einem Bevölkerungsanteil von 55 Prozent die bei weitem größte Gruppe. Der Anteil der indianischen Bevölkerung beträgt etwa 30 Prozent. Weiße machen ungefähr 15 Prozent aus.
Die Bevölkerungsdichte liegt im Durchschnitt bei 50 Einwohnern pro Quadratkilometer. Wobei man aber beachten muß das fast 73 Prozent der Mexikaner in den großen Städten leben. Allein schon auf die Hauptstadt Mexiko kommen 5.643 Einwohner pro Quadratkilometer, wo hingegen auf dem Land z.B. in Chihuahua oder Sonora nur 12 Einwohner oder in Baja California nur noch 6 Einwohner pro Quadratkilometer kommen.
Circa 95 Prozent der Haushalte haben Strom- und 89 Prozent Wasserversorgen. Ungefähr 78 Prozent des elektrischen Stromes werden in Wärmekraftwerken erzeugt, 18 Prozent in Wasserkraftwerken, und vier Prozent werden aus Erdwärme gewonnen.
Der Besuch der Grundschulen ist kostenlos, und es besteht Schulpflicht bis zum Alter von 15 Jahren. Konfessionelle Schulen sind seit 1991 erlaubt. Weiterführende Schulen betonen die berufsbezogene und technische Ausbildung. Der Analphabetismus unter Erwachsenen war ein Problem, doch erreichte man durch erfolgreiche Maßnahmen der Regierung, dass der Analphabetismus bei über 15-jährigen von über 50 Prozent Anfang der vierziger Jahre auf mittlerweile weniger als 6 Prozent zurück ging.
Mexiko hat mehr als 9.000 Einrichtungen der höheren Bildung, an denen über 3,5 Millionen Studenten eingeschrieben sind. Zu den bedeutenden Universitäten gehören die Unabhängige Mexikanische Nationaluniversität (1551) und das Nationale Polytechnische Institut (1936) mit Sitz in Mexiko-Stadt, die Universität von Guadalajara (1792), die Unabhängige Universität von Puebla (1937), die Veracruz-Universität (1944) in Jalapa und das Institut für Technische und fortgeschrittene Studien von Monterrey (1943).
Auch an der gesundheitlichen Grundversorgen, insbesondere auf dem Land muß noch einiges getan werden. Auf 100.000 Einwohner kommen 117 Ärzte, 188 Krankenschwestern oder 79 Betten in Hospitalen. Das öffentliche Gesundheitswesen wird überwiegend vom mexikanischen Ministerium für Gesundheit und Sozialwesen verwaltet.
Economische Daten
Das Brutto Inlandprodukt (Producto Interno Bruto=PIB) lag im Jahre 2000 bei rund 574,5 Millionen Dollar und war wie folgt verteilt: Landwirtschaft 4,3 Prozent, Industrie 28 und Dienstleistung 67,7 Prozent. Am Beispiel von Mexiko zeigt sich der Übergang von einer rohstofforientierten Wirtschaft, die auf Bergbau und Landwirtschaft aufbauet, zu einem halbindustrialisierten Land. Die Leistungen der Wirtschaft sind das Ergebnis von Privatwirtschaft und einer Regierungspolitik, die das wirtschaftliche Wachstum zu einem vorherrschenden Ziel gemacht hat. Per Gesetz wurde festgelegt, dass Bergbau, Fischfang, Transportwesen und Forstwirtschaft in der Hand mexikanischer Unternehmen sein mussten. In jüngerer Zeit wurden jedoch ausländische Investitionen in neue Unternehmen aktiv gefördert. Die Kontrolle der Regierung wurde in einzelnen Wirtschaftsbereichen gelockert.
Niedrige Ölpreise, steigende Inflation, Auslandsschulden von mehr als 100 Milliarden US-Dollar und ein steigendes Haushaltsdefizit verschärften Mitte der achtziger Jahre die wirtschaftlichen Probleme des Landes. In den neunziger Jahren verbesserte sich die wirtschaftliche Lage jedoch vorübergehend.
Laut Erhebung sind circa 56 Prozent der Erwachsenen Bevölkerung in einen Lohnabhängen Arbeitsverhältnis. Arbeitslosenzahlen gibt es keine, da es keine Arbeitslosenversicherung gibt. Selbst die Ärmsten versuchen sich durch kleine Geschäfte über Wasser zu halten, wenn sie keine Arbeit haben.
Als ich 1995 nach Deutschland zurück kam, mußte ich feststellen, daß es hier viel mehr "Bettler" auf den Straßen gibt, als in Mexiko und ich ärgere mich heute noch, wenn ich von gesunden, jungen Leuten um "´ne Mark" angebettelt werde.
In Mexiko schämt man sich, um Geld zu betteln und versucht sich lieber mit Schuhe oder Autoscheiben putzen oder mit dem Verkauf von selbstgemachten Essen weiter zu helfen. Sieht man Bettler, meist vor Kirchen oder auf großen öffentlichen Plätzen, dann sind es alte oder behinderte Menschen.
Trotzdem wird keiner im Mexiko verhungern oder ohne ärztliche Untersützung bleiben, da es eine Sozialversicherung gibt. Die mexikanische Sozialversicherung überwacht die Wohlfahrtsprogramme, die durch Beiträge der Regierung, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer finanziert werden. Zum Sozialversicherungswesen gehören u.a. die Krankenversicherung für Arme, Sozialwohnungen, Unfall-, Kranken-, Mutterschafts- und Rentenversicherung.
Die Zahlen stammen vom Instituto Nacional de Estatistica, Geografia e Información:
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