Weihnachtsrezepte aus Mexiko

So wie nicht in allen Haushalten in Deutschland eine Ente oder Gans mit Klößen und Rotkohl auf dem Tisch kommt, so kommt auch nicht in jeden Haushalt in Mexiko das gleiche auf dem Weihnachtstisch. Was es gibt, hängt immer ein wenig von der Region und insbesondere vom Geldbeutel der jeweiligen Familie ab.
Bei Familien, die nicht viel im Geldbeutel haben gibt es halt keinen dicken Truthahn und auch keinen dicken Rinder- oder Schweinebraten, dafür macht man sich halt mit anderen typisch mexikanischen Gerichten sehr viel Mühe. Das will aber nicht heißen, daß diese Gerichte auch nicht bei den reicheren Haushalten durchaus sehr beliebt sind.
Da wären, hier nicht im Detail erläutert: "Tamales de Oaxaca", eine in Bananenblätter gedünstete Maispaste, die mit verschiedenen Fleischsorten, Trockenpflaumen und vielen anderen Zutaten angereichert wird - des weiteren "Romeritos" hergestellt mit einen Gemüse das es hier in Europa nicht gibt und sich auch nicht mit irgendeinen anderen Gemüse ersetzen läßt. Vom Aussehen ähnelt es Rosmarin ist aber gekocht so weich wie frischer Spinat und schmeckt einmalig. Dieses Gemüse wird mit getrockneten kleinen Garnelen und reichlich Mole hergestellt - wer im Dezember in Mexiko ist soll es unbedingt mal versuchen.
Nun aber zu ein paar Gerichten, die wie schon erwähnt nicht überall aber in vielen mexikanischen Familien auf den Tisch kommen.


Pavo de Navidad   

Der Truthahn ist ein echter Mexikaner und kam erst im 16. Jahrhundert durch die Jesuiten nach Europa. Sicher hatte schon Hernán Cortes bei den Azteken, den dort überaus beliebten Braten zu probieren bekommen - nur das der Truthahn, span.: pavo dort noch guajalote hieß - eine Bezeichnung die noch heute in Mexiko benutzt wird.

Fotos aus der Zeitschrift Cocina y Decoración

  • 1 Truthahn von ca. 6 bis 7 kg
  • 500 g Schweinegehacktes
  • 6 Scheiben durchwachsenen Speck gewürfelt
  • 6 dünne Scheiben durchwachsenen Speck
  • 1/2 Tasse gewürfelter Kochschinken
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • 3 fein gewürfelte Knoblauchzehen
  • 2 Stangesellerie gewürfelt
  • 1/2 Tasse geschälte und gehackte Mandeln
  • 4 Äpfel geschält und gewürfelt
  • 1/2 Tassen Rosienen
  • 1/2 Tasse Weisswein
  • 1/2 Tasse Jerez (süß)
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

Den Truthahn (innen und außen) unter fließendem Wasser abbrausen und mit Küchenkrepp gut abtrocknen und anschließend mit Pfeffer und Salz würzen.
In einer tiefen Pfanne die Zwiebel kurz in Fett glasieren und dann den Knoblauch hinzufügen. Den gewürfelten durchwachsenen Speck und das Hackfleisch hinzufügen und gut anbraten. Gewürfelter Schinken, die gehackten Mandeln, die Rosinen, die Äpfel, den Stangensellerie und 1/2 Tasse Jerez hinzufügen. Alles gut durchmischen und bei niedriger Hitze so lange kochen lassen bis fast die ganze Flüssigkeit verdampft ist. Neben den Äpfel und Rosinen fügen viele mexikanische Hausfrauen auch noch gewürfelte Trockenpflaumen hinzu.
Den Truthahn mit einer Spritze die 1/2 Tasse Weißwein gut verteilt injizieren.
Den Truthahn mit der Pfannenmischung füllen und mit einem Baumwollfaden zunähen. Die Flügel fest anlegen, die Beine kreuzen und den Truthahn gut binden. Anschließend die Haut nach Geschmack würzen (Salz und Pfeffer, etwas Geflügelwürze....) rundherum mit dünnen Scheiben durchwachsenen Speck und bedecken und mit der Brustseite nach oben in einen eingefetteten Bräter legen. Bevor der Vogel in den vorgeheizten Ofen (175°C) kommt noch gut mit Alufolie abdecken, die erst fast gegen Ende der Bratzeit entfernt wird. Den Truthahn mind. 5-6 Std. braten lassen (je Kg/1 Std.) und gegen Ende der Bratzeit die Folie entfernen, ihn mit dem Bratsaft oder weicher Butter begießen und weitere 10 bis 15 Minuten braten lassen, damit er eine schöne braune Farbe bekommt.


Bacalao a la Vizcaína   


  • 1 kg getrockneter Kabeljau (Stockfisch), aufgeweicht, gekocht und entgrätet
  • 4 "Chiles Anchos"
  • 1 kg Kartoffeln
  • 1/2 Flasche Olivenöl
  • 1 kg Tomaten
  • 1 ganzer Knoblauchknolle
  • 3 "süße" Chiles
  • 2 Zwiebeln
  • Salz und Pfeffer
  • glatte Petersilie



Die Kartoffeln mit der Schale kochen, anschließend mit kaltem Wasser abschrecken und schälen und in grobe Stücke schneiden.
Die "Chiles anchos" aufschneiden und gut von den weißen Strängen und Samen säubern, in Stücke schneiden und in einen Topf mit reichlich Wasser kochen. Die gekochten Chiles abtropfen lassen und in einen Standmixer oder mit einen Pürierstab mit den Tomaten pürieren und abschließend Salzen und pfeffern.
In einer tiefen Pfanne mit Olivenöl, die einmal horizontal durchschnittene Knoblauchknolle anbraten (bevor sie schwarz wird heraus nehmen). Die geschnittenen "süßen" Chileschoten, sowie die in groben Scheiben geschnittene Zwiebel kurz anbraten und wieder herausnehmen (auf Küchenkrepp abtropfen lassen) und zum Schluß den vorbereiteten Stockfisch (eingeweicht, gekocht und entgrätet) im Öl kurz anbraten.
Alle Zutaten: Kartoffeln, Kabeljau, Chiles, Paprika, Zwiebelscheiben und etwas grob geschnittene Petersilie in eine tiefe Auflaufform geben - mit der Chile-Tomatensoße übergießen. Auflaufform in den Ofen und kurz vor den Essen noch mal aufwämen.
Anmerkung: Die Knoblauchknolle diente lediglich zur Geschmacksverstärkung des Olivenöls und wird nicht weiter verwendet. Chiles Anchos kann man im Fachhandel getrocknet bekommen - diese über Nacht einweichen.


Pierna de cerdo a la cerveza   

Das mexikanische Küche äußerst kreativ ist, kann man an diesen Rezept erkennen. So verwendet man ab und zu mal statt Paniermehl zerdrückte CornFlakes zum panieren von Schnitzeln oder statt Wein eine Flasche Coca Cola zum kochen und braten.

Foto aus der Zeitschrift Vanidades

  • 5-6 kg Schweinshaxe ohne Knochen
  • 1/4 Tasse Essig
  • 5 Gewürznelken
  • 5 Pfefferkörner
  • 1 Bund Rosmarin und Thymian
  • 3 Flasche Bier
  • 1 l Coca Cola
  • 1 1/2 EL Hühner Bouillon (in Pulver)
  • angeröstete Mandelblätter
  • 1 Tasse Zucker
  • 1 EL Soßenbinder

Die Schweinshaxe wird an einen kühlen Ort über Nacht in einer Marinade aus Essig, Gewürznelken, Pfeffer, Rosmarin und Thymian eingelegt. Am nächsten Tag wird das Fleischstück aus der Marinade genommen, mit Küchenkrepp gut trocken getupft und anschließend in einen Bräter in flüssige Butter oder Schweineschmalz kurz von allen Seiten angebraten.

Den Schweinbraten aus den Bräter nehmen und das Fett abgießen. In den Bräter kommen nun die 3 Flaschen Bier, die Coca Cola und die Marinade in die der Braten über Nacht stand. In diesen Sud lößt man die 1 1/2 EL Bouillon auf. Den Braten mit Alufolie abgedeckt 4 Stunden bei 180°C im Ofen schmoren lassen. Alle 30 Minuten die Folie entfernen und mit der Bratflüssigkeit übergießen.
Mandelblätter in etwas Butter anrösten und auf dem Braten geben, der mit gedünsteten Möhren und Bratkartoffeln serviert wird.

Anmerkung: Klöße kennt man als Beilage nicht - statt dessen serviert man die Gerichte mit Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Als Gemüsebeilage werden Möhren, Erbsen, Mais, Bohnen, rote Bete und viele andere Gemüse gereicht.



Pastel de Plátano   

Einer von zahlreichen Kuchenrezepte zu Weihnachten ist der Bananenkuchen. Kuchen aus Bananen sind in der ganzen Karibik und auch in Südamerika äußerst beliebt.


  • 1/2 Tasse weiche Butter
  • 1 Tasse Rohrzucker
  • 2 pürierte Bananen
  • 2 Eigelb
  • 2 geschlagenen Eieweiß
  • 1 TL geriebene Zitronenschale
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/3 Tasse gehackte Nüsse
  • 3/4 Tasse gesiebtes Mehl
  • 1 TL Backpulver

Das Eiweiß vom Eigelb trennen und mit höchster Stufe des Handrührgerätes steif schlagen und kurz zur Seite stellen.
Die Butter mit den Zucker, pürierte Bananen und die zwei Eigelb mit dem Handrührgerät (Stufe 2) kräftig rühren. Die gehackten Nüssen, die geriebene Zitrone und den Zimt hinzugeben - weiterrühren.
Das Mehl und Backpulver mischen und über die Eimasse sieben und verrühren. Abschließend das steif geschlagene Eiweiß mit den Schneebesen vorsichtig unterheben. In einer gut ausgebutterten und mit Semmelbrösel geschwängten Kastenform den Teig füllen und bei 175°C ca. 1 Stunde, in einen vorgeheizten Ofen backen. Den Kuchen evtl. mit Alufolie abdecken sollte er oben zu dunkel werden.
Sahne mit dem Puderzucker verschlagen und über den Kuchen geben und zusätzlich gehackte Nüsse drüber geben.


Pudin de uvas pasas con especias   

Foto aus der Teitschrift Kena

Flanes und Puddings sind neben Kuchen sehr beliebt - hier ein einfaches Rezept zu Weihnachten:


  • 1/2 Tasse Milch
  • 100 g Rosienen
  • 75 g Butter
  • 3 Eier
  • 3 EL Mehl
  • 3 EL Zucker
  • 1 EL Zimt
  • etwas Muskatnuß
  • Schlagsahne

Mehl mit etwas Wasser verrühren - Milch in einen kleinen Topf erhitzen und das Mehl unter ständigen rühren untermischen - Temperatur halbieren. Solange weiterrühren bis sich die Milch verdickt hat. Den Topf von der Herdplatte nehmen und die Butter, den Zucker, den Zimt und eine Spur Muskatnuß mit den Schneebesen unterrühren. Zum Schluß noch die Rosienen untermischen und die Puddingmischung in eine Metallform gießen.
Den Backofen mit einen Wasserbad auf 160°C vorheizen. Die Puddingform in das Wasserbad stellen und das ganze etwa 45 Minuten garen.
Den noch warmen Pudding in Scheiben schneiden und mit Schlagsahne servieren.



Ensalada de Manzana    

Foto aus der Zeitschrift Cocina y Decoración
  • 4 Äpfel
  • 100 g Rosienen
  • 1 Tasse gewürfelte Ananas
  • gehackte Wallnüsse
  • 1 Becher Creme Fraiche

Die süßen Äpfel entkernen und schälen - anschließend in Würfel schneiden. Eine Dose gewürfelte Ananas öffnen und den Sirup abgießen - Ananas zu den Äpfel geben.
Rosienen, gehackte Wallnüsse und einen Becher Creme Fraiche darüber geben und das ganze gut durchmischen. In eine Schüssel an einen kalten Ort (bzw. unten im Kühlschrank) bis kurz vor dem Verzehr kalt stellen.




Rosca de Reyes   

Zum Tag der Drei Heiligen Könige, den "Dia de los Reyes" wird ein ganz besonderes Gebäck gebacken und in den Firmen unter Kollegen oder in der Familie gegessen: die "Rosca de Reyes"

Foto aus der Zeitung Diario Yucatan
  • 450 g Mehl
  • 1 Pck. Trockenhefe in 5 EL warmer Milch aufgelöst
  • 150 g Zucker
  • 7 Eier
  • 125 g weiche Butter
  • 4 EL warme Milch
  • 2 TL Zimt, 1/2 TL Anis
  • 100 g Rosienen
  • 2 TL Vanillezucker
  • 1 - 2 kleine weiße Porzellanpuppen
  • Kandierte Früchte:
  • kandierte und halbierteKirchen
    kandierte in Streifen geschnittene Orangen
    kandierte in Streifen geschnittene Orangen
  • 1 Ei
  • Zucker

Das Mehl auf einen Tisch häufen und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Aufgelöste Hefe in diese Mulde geben und zu einen dicken Brei mit den umgebenden Hefe verrühren. Kurz aufgehen lassen (10 Minuten) und dann die Restlichen Zutaten: Zucker, Eier, Butter (bis auf 2 EL), die Milch, Zimt, Anis, Vanille-Zucker und Rosienen unterkneten. So lange auf der bemehlten Arbeitsfläche verkneten bis der Teig nicht mehr kleben bleibt. Dann die Teigkugel in einer eingebutterten Schüssel legen und abgedeckt 1-2 Stunden an einen warmen Ort gehen lassen.
Den Teig, nachdem er gegangen ist nochmals auf einer bemehlten Arbeitsfläche kräftig durchkneten und zu einen Kranz formen oder flechten. Diesen Kranz dann mit der restlichen Butter einpinseln und mit den kandierten Früchten verzieren. Nochmals 1 Stunde an einen warmen Ort abgedeckt gehen lassen. Den Kranz dünn mit dem verquirlten Ei bestreichen und mit Zucker bestreuen. Den Ofen auf 190°C vorheizen und den Kranz 40 Minuten backen.

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